Wintertagung 2017

Die diesjährige Wintertagung startete jahreszeitgemäß und wie es der Name Wintertagung erahnen lässt, winterlich weiß…

Nach einleitenden Worten von Gerhard Röhner nahm die Tagung dann auch alsbald Fahrt auf, galt es doch die Verzögerungszeit wieder aufzuholen 🙂 …

Der erste Vortrag von Torsten Larbig von der Schillerschule Frankfurt widmete sich dem zunächst etwas sperrig anmutenden Titel Netzsensibilität – Interdependenz und Verwobenheit der Welt auf dem Weg von einer Gesellschaft mit digitalen Werkzeugen zu einer digitalen Welt

Larbig_Mefobian_2017

Sein Vortrag rangte sich im Wesentlichen um ein einziges Bild, um ein Bild Martin Luthers von Lucas Cranach dem Jüngeren. Medien schaffen Strukturen und sind damit mehr als vielleicht nur Datenträger. Im Kern ging es auch darum, wie das Lernen im 21. Jahrhundert besser gelingen kann, auch unter dem Aspekt des Einsatzes digitaler Medien. Gibt es wie zu Luthers Zeiten, nach der Einführung des Buchdrucks Parallelen zur heutigen Zeit? Welche Bedenken es unter bewahrpädagogischen Aspekten gibt, ist bekannt…

… worauf kommte es an, wenn Lernen wirklich gelingen soll (hier der Bezug zum Vortrag)

  • Arbeit in Lerntandems
  • Lehrkräfte müssen begleiten (bspielsweise in Lernbüros), sonst ist der Lernerfolg gering
  • digitale Medien und analoge Medien müssen nebeneinander und schnellwechselnd eingesetzt werden
  • die Lehrkräfte müssen professionell geschult werden, hier zeigen Tutorensysteme die beste Wirkung

Geht es um digitale Werkzeuge oder geht es um die Bildung digitaler Strukturen? Auch wenn wir digitale Strukturen aus der Schule heraushalten, sind diese doch in unserer Welt vorhanden. So schwer dieser „Kampf gegen die digitalen Medien“ auch sein mag, es wird nicht gelingen, auch wenn dieses immer wider versucht wird (aktuell: Emmanuel Macron verbietet Handys in der Schule). Vernetzte Systeme werden uns begleiten, auch wenn wir analog arbeiten. Hierzu sollte man sich den Skills den 4 Ks (Kritisches Denken, Kreativität ,Kollaboration und Kommunikation) widmen. Interessant scheint, was wir von Neuronen-Netzwerken lernen können.

Hoffstedde

Auch der nächste Vortrag war ein kurzweiliger. Bernd Hoffstedde von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg widmete sich dem Einsatz digitaler Medien in der Bildung: Tablet meets Smartboard…  Mobiltelefone in Form von VR-Brillen und Co. aber auch Tablets trafen auf die Teilnehmer der Veranstaltung. Herr Hoffstedde arbeitete engagiert am Board, bediente sich motiviert der Plattform Classlab.com, um  Umfragen durchzuführen, stellte Schutzhüllen fürs Tablet vor und präsentierte 360 Grad Videos sowie frische Tools wie Actionbound, BrainYoo, Apple Classroom die das Lernen erleichtern können.

Die Mittagspause haben sich alle Teilnehmer gut verdient, wurde doch über den Vormittag angestrengt gearbeitet…

Nach der Mittagspause ging es um Beispiele aus der Praxis. Hier präsentierten Kathrin Bechtold, Marlene Reimann, Isabell Moering, Barbara Donnelly vom Studienseminar GHRF Darmstadt ihre Arbeit, die unter dem Titel Auf dem Weg – Nutzung digitaler Medien in der Modularbeit am Beispiel des Mathematikfachmoduls Grundschule am Studienseminar GHRF Darmstadt stand. Nach konzeptionellen und organisatorischen Vorüberlegungen, welche das Leitbild und die Inhalte der Modularbeit ausschärften wurde daraus die Schwerpunktsetzung der Modularbeit abgeleitet. Wichtig hier bei ist und war, dass die LiV enge Theorie- und Praxisbezüge erleben. Ausgehend von der Fragestellung „Was ist guter Mathematikunterricht?“ wurde das Konzept des Mathematikmoduls am Studienseminar Darmstadt entwickelt. Die ursprüngliche Portfolioarbeit konnte durch den Einsatz von Tablets deutlich erweitert werden. Dank des Tablet-Projektes war dies gut möglich. Digitale Medien lassen sich so zum Dokumentieren, Analysieren und Reflektieren auf  der Seite der Lernenden einerseits als auch auf der Seite der Lehrenden andererseits bestens nutzen. Darüber hinaus wurden die digitalen Medien im Sinne des dialogische Lernens genutzt um so miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren (online & offline). Der Vorteil hierbei ist hier auch in der Unabhängigkeit von der Zeit zu sehen. LiV konnten so Feedback zum Arbeitsstand innerhalb der Peergroup geben. Ausgehend von den vier Fragen Hatties

  • Wo stehe ich?
  • Wo will ich eigentlich hin, was ist mein Ziel?
  • Wie komme ich voran?
  • Was sind die nächsten Schritte?

entstanden die einzelnen Portfolios. Untermauert wurden die theoretischen Aussagen mit einzelnen kleinen Videosequenzen. Vielen Dank für die Einblicke am Studienseminar Darmstadt.

Mahara_MefobianNeues vom Bildungsserver – gab es von und mit Hermann-Joseph Wehner von der Hessischen Lehrkräfteakademie. Hier wurden auch Inhalte wie Mauswiesel und Select vorgestellt. Darüber hinaus stellte Herr Wehner Moodle und Mahara auf dem Bildungserver vor. Beide Angebote können von allen hessischen Schulen in wenigen Sekunden freigeschaltet werden.

Erste Universitäten(Gießen und Marburg) nutzen den Bildungsserver ebenfalls, was die Erstellung von beispielsweise die Portfolioarbeit mittels Mahara als phasenübergeifendes Projekt bestens ermöglicht.  Darüber hinaus wurden weitere Perspektiven der Entwicklung (Webdesign, Kalenderfunktionen, SingleSignOn, Besserer Editor, Schulportal (Bildungsserver + Lanis), …) aufgezeigt. Abschließend ging es um Neuerungen auf dem Bildungsserver (Rollenzuweisung in der Community, …). Die Fragen an Hermann-Joseph Wehner wollten sich gar nicht mehr erschöpfen. Vielen Dank für diesen Beitrag.

Matthias Heil vom Studienseminar für Gymnasien Fulda hätte sich gern sich dem Thema  SAMR, 4K und DDD – Vorschlag zur Medienkompetenz-Entwicklung im Vorbereitungsdienst angenommen, hat aber seine Zeit dankenswerterweise Herrn Wehner zur Verfügung gestellt. Dennoch hier ein kleiner Teaser zur Thematik.

samr_bad

Den Abschluss und Ausblick gestaltete Gerhard Röhner. Er verwies auf zwei weitere Veranstaltungen…

(Digitale) Visualisierungen kooperativ gestalten und Medienbildung – Medieneinsatz neu denken – Anmeldungen sind noch möglich

Darüber hinaus verwies er nochmals auf die Fragebogenaktion zur Ausstattung und zum Einsatz digitaler Medien in der hessischen Lehrerbildung. Die Fachtagung zum Thema wird im März 2018 stattfinden.

Es wird auf dem Hessischen Bildungsserver Online-Angebote (Webinare und Online-Angebote) durch den Cornelsen-Verlag geben.

Gerhard Röhner verwies auf den Bericht über das Tablet-Projekt und freut sich über die hoffentlich stattfindende Folgefinanziereung des Projektes.

***

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit in 2017

Frohe Weihnachten und ein wunderbares Jahr 2018

Moderation: Joachim Eisenträger & Jörn E. von Specht

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