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Kreatives Lernen mit digitalen Medien in der Grund- und Förderschule – Teil II

Weitere Workshopangebote fanden am Nachmittag statt.

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Workshop 1: Internet macht Schule – Schule macht Internet (Jörn E. von Specht, Studienseminar GHRF Eschwege und David Henkel, Förderschullehrer Marburg) – Jörn E. von Specht betreut und entwickelt an verschiedenen Schulen Nordhessens netzbasierte Mini-Medien-Projekte. Dazu zählen neben Internetauftritten in Form von Weblogs auch ein Radio-Projekt (Radio Blauer Biber) oder ein für den Bereich der Primarstufe und Förderschule zugeschnittenes spezielles Lernangebot, die Lernplattform BlaufuchsQuest.

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), verlieh in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal den MediaSurfer MedienKompetenzPreis Hessen. Das Projekt Radio Blauer Biber von J. E. von Specht ist Gewinner des diesjährigen Hessischen MedienKompetenzPreises in der Kategorie 2 (Kinder bis 10 Jahre) – (siehe MediaSurfer 2012 – Pressemitteilung – Kassel, 18. April 2013).

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Der Workshop zeigte ausgewählte Möglichkeiten der Nutzung des Internets auf einfache Art und Weise, wobei dabei der didaktische Mehrwert von webbasierten (endgeräteunabhängigen) Zusatzangeboten sowie deren Einbettung in das jeweilige Lerndesign herausgearbeitet wurde.

Ausgehend von Hör- und Videobeiträgen, welche von Schülerinnen, Schülern und ihren Lehrkräften gemeinsam im schulischen Kontext erstellt wurden, ging es um die Verknüpfung dieser Beiträge mit weiteren schülerorientierten Lernangeboten im Netz. Zu nennen sind hier neben Radio blauer Biber und BlaufuchsQuest als e-LearnQuest-Projekt auch das Grundschulnetz der Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM), Mauswiesel und PriMaPodcast (C. Schreiber, Goethe-Universität Frankfurt).

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Workshop 2: Waldpädagogik

(Jürgen Bender, Grundschulpädagoge Wohratal)

Die Grundschule Wohra ist eine einzügige Schule 20 km nördlich von Marburg gelegen inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebiets Hessens (Burgwald/Kellerwald). Seit Sommer 2010 wird dort in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (1/2 und 3/4) und inklusiv unterrichtet. Die Nutzung außerschulischer Lernorte ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Teil des Schulprogramms. Im April 2004 wurde die Kinderwaldschule Wohra ins Leben gerufen (20 Minuten Fußweg vom Schulhaus entfernt). Seither wird dieser größte Klassenraum der  Schule in allen Jahreszeiten an einem Vormittag wöchentlich von jeweils einer Lerngruppe als außerschulischer Lernort genutzt. Unter Anleitung von Herrn Bender erfahren die Kinder den Wald als sich ständig verändernden Lebensraum, der ihnen vielfältige Betätigungsmöglichkeiten bietet und mit dem sie sich im Laufe eines Schuljahres zunehmend identifizieren. Diese Identifikation ist Grundvoraussetzung für jedes fruchtbare und nachhaltige Lernen. Im Workshop wurde die Bandbreite der Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten, die der Kinderwald den Kindern bietet, vorgestellt und in einem Praxisteil Naturerfahrungsspiele mit den Teilnehmern praktiziert – in Anlehnung an den Naturerlebnispädagogen Joseph Cornell (USA) und „ohne Medien mit zusätzlichen Unterhaltungswert“ (upps!). Die medienaffinen Teilnehmer zeigten sich überraschend begeistert und so manch einer ist sich dennoch bei aller Naturnähe und -liebe sicher, dass auch in diesem wunderbaren Teil der Welt netzbasierte oder „frische“ Medienmaschinen mit ihren im Ergebnis zeitgeschensnahen, ziel- oder kindgruppennahen und multimediealen Möglichkeiten einen angemessen sinnvollen Platz finden können, sollen und werden … – da geht noch was…

Wir und Jürgen Bender freuen uns auf Waldpädagogik 2.0 …  😉

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Moderation: J. Eisenträger & J. E. von Specht

Kreatives Lernen mit digitalen Medien in der Grund- und Förderschule – Teil I

Am 23. Mai 2013 fand in der Landessportschule Hessen in FFM die Fortbildung „Kreatives Lernen mit digitalen Medien in der Grund- und  Förderschule“ statt. Das Impulsreferat hielt Prof. Heinz Moser von der Pädagogischen Hochschule Zürich.Moser

Prof. Moser zeigte auf, dass noch vor wenigen Jahren die Nutzung von Informationstechnologien im Unterricht vornehmlich bedeutete, dass man PC’s im Unterricht einsetzte.Moser_2013_3

Mit der Vervielfältigung der digitalen Medien in den letzten Jahren haben sich auch die Anwendungsmöglichkeiten der Medien ausgeweitet. Man spricht heute von „mobilen Geräten“ und vom „konvergenten“ Medieneinsatz. Letztlich werden Medien seither im schulischen Kontext eingesetzt. Dies zeigt sich an den folgenden Thesen:

1. Neu und ungewohnt sind nicht die Medien im Unterricht, sondern: digitale Medien.

2. Doch sie bringen keine didaktische Revolution, sondern reichen den herkömmlichen Unterricht mit neuen Medien an.

3. Es braucht kein Abwarten auf die umfassende und zentrale Schul-IT. Alle können Anfangen… niederschwellig, hier und jetzt.

4. Zentrale Lösungen veralten schnell. Sollen alle Schulen SMART-Boards, Handys, Tablets an die Schülerinnen und Schuler verteilen.

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Wird damit jedoch alles nur noch komplizierter? Im Gegensatz zu dieser Vermutung wurde aufgezeigt, wie der Medieneinsatz heute durch einfache Anwendungen und das Zusammenspiel der Medien erleichtert werden kann. Der Alltag zeigt doch, dass digitale Medien überall zur Verfügiung stehen. Man muss sie nur nutzen. Die Schule muss die Chance nutzen, die mobilen und zeitgemäßen Medien der Schülerinnen und Schüler zu verwenden und vielleicht auch Schülerexperten anzuerkennen. An Beispielen aus der Unterrichtspraxis wurden dazu konkrete Beispiele aufgezeigt. Niederschwellig, aktuell  und effizient sind Schlagworte, welche die aktuelle Mediendidaktik prägen.

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Erfahrungen zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler gern bei der Umsetzung von Medienprojekten (Fotostories, Stop-Motion-Filme, Interviews, Audioclips (Gedichte vertonen), Reisen mit der Nutzung des Web planen…) mitziehen. Denn als aktive Mediennutzer werden sie auf einer Ebenen angesprochen, wo sie ihre Kompetenzen einbringen können – und gleichzeitig im kritischen Umgang mit den Medien gefördert werden. Ziel ist es natürlich immer, dass Medien in die entsprechenden Fächer lernförderlich einbezogen werden und die Unterrichtsqualität sich dabei signifikant erhöht. Allein die Faszination an einem Medium ist allein keine Rechtfertigung für den Einsatz.

Im Anschluss daran ging es dann um die praktische Arbeit mit digitalen Medien.

Die didaktischen und medienbildnerischen Ideen des Referats wurden im anschließenden Workshop vertieft. Dabei konnten aus der Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ideen entwickelt werden, wie ihr Unterricht durch den Einsatz digitaler Medien angereichert werden kann. Wesentlich ist dabei, dass die Medien einen zielfördernden Teil des Unterrichts  darstellen und nicht nur einen zusätzlichen Unterhaltungswert haben.

Den Vortrag als Folien kann man sich hier noch einmal anschauen.

Den Vortrag kann man mit einem Klick auch hier noch einmal nachhören.

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Moderation: J. Eisenträger & J. E. von Specht